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Calais – Chronik einer Räumung

Am 24. Oktober räumte Frankreich den sogenannten „Dschungel“ von Calais: Dort lebten zwei Jahre lang bis zu 10.000 Flüchtlinge unter freiem Himmel. ARTE Reportage blickt zurück.

Unsere Reporter drehten bereits in den Wochen vor der Räumung im Lager von Calais: In diesen Tagen stieg die Spannung bei den Flüchtlingen und den Hilfsorganisationen dramatisch an. Lange war fraglich, ob die Räumung friedlich verlaufen würde – Proteste, Explosionen und Brände in den Tagen davor ließen zunächst das Schlimmste befürchten. Doch dann gelang es der Polizei und den Ordnungskräften in nur drei Tagen, einigermaßen friedlich, 7000 Flüchtlinge in bessere Unterkünfte in der Nähe oder in anderen Regionen Frankreichs umzusiedeln. Viele zeigten sich erleichtert, endlich in bessere Verhältnisse zu ziehen, manche waren traurig, den Kontakt zu Freunden aus der Zeit im Dschungel erst einmal zu verlieren. Allerdings hat die Räumung von Calais nichts daran geändert, dass Frankreich und Europa noch immer keinen gemeinsamen Weg gefunden haben, mit den vielen Flüchtlingen an unseren Grenzen umzugehen. Und: Der Dschungel von Calais ist zwar geräumt, aber eine Garantie darauf, dass es auch so bleibt, die gibt es natürlich nicht.

Von Jean-Yves Huchet, Anthony Dufour, Jessica Jouve, Antoine Mouteau, Boris Nicolas, Christèle Jaime, Georges Tillard und Mathias Lavergne – ARTE GEIE/Hikari Films – Frankreich 2016